Unser Gründungs-mitglied im Interview

Sehr geehrter Herr Kern,

 

Sie waren damals, Anfang der 90er Jahre, ein Gründungsmitglied von intouchCONSULT e. V..

Wie kam es überhaupt zu der Idee eine studentische Unternehmensberatung in Regensburg zu gründen und was wollten Sie damit erreichen?

 

Die Idee entstand aus dem Wunsch, mehr Praxisnähe in das Studium zu bekommen – vor allem auch für mich als Volkswirtschaftsstudent. Studentische Unternehmensberatungen begannen zu diesem Zeitpunkt langsam an deutschen Universitäten zu entstehen und wir waren mit intouchCONSULT (hieß am Anfang nur Intouch) zu dem Zeitpunkt eine der ersten, die auf diesen Trend aufsprangen. Unser größtes Anliegen bei der Gründung von intouchCONSULT war es, Studenten der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät neben Praktika konkrete Praxiserfahrung durch Projekte oder Studien für Unternehmen aus der Region zu ermöglichen. Darüber hinaus wollten wir auch „Werbung“ für das Berufsbild des Unternehmensberaters betreiben – durch Workshops, Vorträge und andere Aktivitäten an der Universität.

 

Wie viele Mitglieder gab es im ersten Semester und wie haben sich die Strukturen gestaltet?

 

Wir waren am Anfang eine wild zusammengewürfelte Truppe von vielleicht 10-12 Studenten. Strukturen, wie sie intouchCONSULT zum jetzigen Zeitpunkt hat, gab es gar nicht – am Schluss hat jeder alles gemacht. Einzig die notwendigen Rechtsorgane wurden besetzt und haben entsprechend ihre Aufgaben erledigt. Man kann sich intouchCONSULT zum damaligen Zeitpunkt wirklich wie ein Garagen-Start-up vorstellen, nur dass unsere Garage das Büro der Fachschaft war.

 

Worin lagen die größten Herausforderungen?

 

Die Herausforderungen waren vielfältig: das begann mit dem „Verständnis schaffen“, warum sich Studenten zu einer studentischen Unternehmensberatung zusammenfinden, ging weiter mit den grundlegenden organisatorischen Fragestellungen (Büro, Logo, Briefpapier etc.) bis hin zur Akquisition von ersten Kunden und der Beantwortung der Frage: „warum sollen Studenten überhaupt in der Lage sein, mein Problem zu lösen und warum soll ich dafür auch noch bezahlen“.

 

Wie lange waren Sie bei iC und was war der Stand als Sie den Verein verlassen haben?

 

Als einer der Gründungvorstände war ich mein gesamtes Hauptstudium (also knapp 2 Jahre) bei intouchCONSULT, wobei ich ehrlich gesagt nur das erste (Gründungs-) Jahr auch wirklich komplett aktiv war. Als ich intouchCONSULT verlassen habe, gab es erste Projekte, eine damals höchst angesehene Vortragsreihe an der Universität Regensburg und erste Coaching- und Mentoren-Workshops für junge Studentinnen und Studenten, die sich für das Berufsbild des Unternehmensberaters interessiert haben.

 

Wohin dachten Sie geht die Reise von iC hin?

 

Wenn ich ehrlich sein darf, habe ich mir zum damaligen Zeitpunkt nicht allzu viele Gedanken über die Zukunft von intouchCONSULT gemacht. Ich hatte den Eindruck, dass der Verein in den richtigen Händen war, um auch den nächsten Schritt (sozusagen aus der Garage heraus) zu machen. Die 90er Jahre waren im Grunde genau der richtige Zeitpunkt, um solch eine Initiative zu starten. Das Berufsbild des Unternehmensberaters war (neben Investment Banking) gerade massiv am Aufsteigen und „Projekterfahrung“ im Studium war eine gesuchte Kompetenz beim Berufseinstieg. Aus all diesen Gründen war mein Eindruck, dass die Zukunft für intouchCONSULT sehr positiv sein müsste.

 

Was haben Sie aus Ihrer Zeit bei iC gelernt?

 

Ich glaube, dass es für mich sehr wertvoll war, ein „Unternehmen“ gegründet zu haben. Dabei ging es weniger um die rechtlich-organisatorischen Schritte, sondern um die Verantwortung für eine wirtschaftliche Einheit, für Mitstreiter (Mit-Studenten in unserem Fall), für den Aufbau eines Beratungsgeschäfts (von der Akquise bis hin zur erfolgreichen Lieferung von Projekten). Viele dieser Erfahrungen kann man nicht im Studium (jetzt noch viel weniger als früher) oder über Praktika erlernen, sondern man muss es eigenverantwortlich einmal gemacht haben. Dafür war intouchCONSULT für mich die beste Plattform, die ich während meines Studiums an der Universität Regensburg haben konnte.

 

Herr Kern, vielen Dank für das Interview!