The 2021 Business Book of the Year Shortlist

 

Alternative zu Netflix und Co 

Netflix, Amazon Prime und Co sind mittlerweile so normal wie Zähneputzen. Eine neue Serie nach der anderen kommt auf den Markt und wenn es wieder Mal so weit ist, will man so schnell wie möglich damit fertig sein, um mit den anderen mitreden zu können und um vor Spannung nicht platzen zu müssen.  

Manchmal tut es auch gut, nach einem anstrengenden Tag im Job oder im Studium einfach nur den Kopf abschalten zu müssen und irgendetwas (eher sinnfreies) anzuschauen, um ja nicht mehr nachdenken zu müssen. Das entspannt und man kommt runter. Aber so richtig weiterbringen tut es nicht. Das muss es auch nicht, denn nicht alles, was man tut, muss einen weiterbringen.  

Aber manchmal ist es doch auch schön, sich an einem entspannten Abend, anstatt die 10. Folge der neuen Serie anzuschauen, doch Mal wieder ein gutes Buch zu Hand zu nehmen.  Und bevor der Großteil von euch beim Gedanken an ein Buch jetzt hier aufhört, den Blogbeitrag weiterzulesen, schon Mal ein kleiner Spoiler: es geht hier zwar heute um Bücher, aber das sind nicht irgendwelche Bücher. Nein – die Bücher sind Teil der „The 2021 Business Book of the Year Shortlist“. Deswegen lass dich einfach darauf ein und vielleicht inspiriert dich ja der eine oder andere Titel. 

Die finale Liste  

Zusammen mit McKinsey hat die Financial Times von über 600 Büchern eine Liste von 15 Büchern herausgefiltert, die eine anerkannte Jury dann gelesen und bewertet hat, um so die 6 lesenswertesten als Liste herauszugeben. Zu entscheiden, welche der Bücher Teil der Liste werden dürfen, war alles andere als einfach. Eins der Jurymitglieder, Raju Narisetti, sagt daszu „Für mich bedeutete diese Liste, sich einen ganzen Sommer lang mit spannenden und guten Büchern zu beschäftigen – sie zu lesen und zu diskutieren. Das machte Spaß, war aber gleichzeitig sehr schwierig und verlangte mir einiges ab.“  

Die Themen reichen von der Corona Pandemie und Modern Business, über Klimawandel bis hin zu Nachhaltigkeit und Zukunft. Auch einen Gewinner wird es geben, der im Januar ein Preisgeld von über 30.0000 Euro erhält.  

Nun folgt eine kleine Auswahl zu den Büchern, die Teil der Liste sind. Titel und Autor sind immer angegeben, sodass sie einfach in den Buchhandlungen oder im Internet gefunden werden können. 

Ein bisschen Inspiration  

„The Aristocracy of Talent: How Meritocracy made the modern world” 

Der talentierte Autor Adrian Woolridge schreibt über das Thema Meritrokratie. Dabei geht es um den persönlichen Fortschritt des Einzelnen auf Basis seiner Talente und nicht des sozialen Standes. Woolridge schreibt über die Geschichte dieses sozialen Phänomens und vor allem, wie Meritokratie soziale Mobilität vor allem für Frauen ermöglicht hat. Das Buch zielt darauf ab, zu zeigen, dass Meritokratie ein Katalysator sein kann, der dabei hilft, die soziale, wirtschaftliche und ethnischen Ungleichheiten der Welt in ein neues Gleichgewicht zu bringen. Das Buch informiert und kritisiert gleichzeitig, es zeigt Probleme, aber auch Möglichkeiten auf, diese zu lösen. 

„The Transformation: How talking honestly about racism can transform individuals and organisations” 

Robert Livingston versucht in seinem Buch, verschiedenen Institutionen, sei es ein Krankenhaus, Universitäten oder Unternehmen, dabei zu helfen, Rassismus intern zu erkennen, zuzugeben, dass er da ist, darüber zu sprechen und ihn dadurch anzugehen. Das Buch ist eine gelungene Kombination aus spannendem Storytelling, faktenbasierter Recherche und einem 5-Punkte-Plan, der den Leser dazu ermutigen soll, empathischer zu denken und Dinge zu hinterfragen, anstatt sie einfach nur zu akzeptieren. Rassismus, ein Thema, über das sich nur wenige zu schreiben trauen, weil man sich dadurch sehr angreifbar macht und weil es ein Thema ist, das dem Autor einiges abverlangt. Aber Robert Livingston hat es gewagt und damit ein echtes Meisterwerk geschaffen. 

„Empire of pain: the secret history of the sackler dynasty” 

 Natürlich darf in der Liste an Themen die Corona Pandemie nicht fehlen und dieses Buch spricht das Thema geschickt an, indem es die Geschichte der Sackler Familie erzählt. Dabei liegt der Fokus auf den beiden Brüdern, die den Pharmakonzern Purdue Pharma besitzen. Patrick Radden Keefe stellt den Zusammenhang zwischen der Sackler Familie, der Pandemie und der – wie er beschreibt- weltweiten Opiumsucht der Menschen dar. Im Fokus steht der Aufstieg aber auch der Fall von Purdue Pharma. Patrick Radden Keefe schafft es, einen interessanten Blickwinkel auf einen eher unbekannten Teil der Pandemie zu kreieren, wobei die Lebensgeschichte der Sackler Familie jede Menge Spannung garantiert. 

„The new climate war“ 

Sehr kritisch beschäftigt sich Michael E. Mann mit dem Thema Klimawandeln, wobei die Frage, wer am meisten dazu beitragen kann, die Dinge zu verändern, im Fokus steht. Mann zeigt zwei Positionen auf: zum einen diejenigen, die dafür stehen, dass der Einzelne die Macht hat und der Einzelne die Dinge verändern kann. Es kommt auf jedes Individuum an und darauf, was jedes dieser Individuen beiträgt – das ist es, was zählt und das ist es, was in der Zukunft den Unterschied machen wird. Dann gibt es aber auch diejenigen, die davon sprechen, dass es entscheidend ist, große Makrostrategien zu entwickeln, weil nur so wirklich etwas bewegt werden kann. Solange nur das Individuum im Fokus steht, wird sich nichts verändern, denn es sind die großen Dinge, die schlussendlich den großen Unterschied machen. 

„This is how they tell me the world ends. The cyberweapons arms race” 

Cybersecurity Reporter Nicole Perlroth spricht hier über ein Thema, das nur selten angesprochen wird: der globale Markt rund um Cyberwaffen. Wo stehen die USA dabei, wo liegen die Stärken und Schwächen dieses Marktes, wo das Potential und wo das Risiko? Der Autor zeigt spannende Hintergründe auf, hinterfragt kritisch und traut sich an ein Thema heran, dass – so erklärt er – in der nahen Zukunft so relevant sein wird, dass es nicht mehr wegzudenken ist.  

„The world for sale: money, power and the traders who barter the earth’s resources” 

Javier Blas und Jack Farchy werfen einen Blick auf die Händler, die die natürlichen Ressourcen unserer Erden kaufen und verkaufen, sei es Öl, Baumwolle, Zucker und mehr. Das Buch enthält eine Serie von augenöffnenden Anekdoten, die die Macht der Händler verdeutlichen und die sozialen und politischen Folgen kritisch hinterfragt. Die Autoren wollen aufzeigen, wie die Macht, die einem durch den Besitz dieser Ressourcen automatisch geschaffen wird, unterschätz wird und zu welchen Problemen und Schwierigkeiten dies führt. 

Na, was gefunden? 

Wer weiß, wenn du das nächste Mal in einem Buchladen bist und eine neue Lektüre suchst, egal ob für einen entspannten Abend auf der Couch oder für die nächste lange Zugfahrt, erinnerst du dich an diese Liste und holst dir eins der Bücher. Vielleicht dient sie auch ganz gut als Inspiration für ein Weihnachtsgeschenk. Unterhaltung, aber auch viele Informationen und die Anregung, sich mit gesellschaftlich relevanten Themen auseinanderzusetzen, sind garantiert. Netflix und Co sind schön und gut, aber ein Buch, das unterhält und gleichzeitig weiterbildet ist doch auch etwas Schönes?