Personal Branding

Wofür willst DU bekannt sein? Wenn jemand DEINEN Namen erwähnt, was soll er oder sie dann sagen?  Für die einen ist diese Frage innerhalb von wenigen Augenblicken sehr schnell und auch sehr eindeutig zu beantworten, für die anderen ist es eine Frage, auf die sie aus dem Stegreif keine Antwort wissen. Darum geht es bei Personal Branding. Was das ist, wieso man das macht und wie man das macht, das ist das Thema des heutigen Artikels. 

Personal Branding – Was ist das?

Wie bei so vielen Dingen, gab es Personal Branding – zumindest so in der Art – schon bei den alten Griechen. Eine Marke um die eigene Person aufzubauen, um dadurch eine große Reichweite zu erlangen und gehört zu werden, das machte bereits Sokrates. Nur so konnten seine Ideale und seine Vorstellungen von der Welt und dem Leben so relevant und bis heute erhalten bleiben.  

Der Begriff selbst, Personal Branding, kam Ende der 90er Jahre auf, doch eine klare Definition gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Je bedeutender dann das Internet im Laufe der Zeit wurde, desto wichtiger wurde auch das Thema Personal Branding und die Bedeutung wurde immer klarer. Um nicht immer nur um den heißen Brei herum zu reden, sondern endlich mehr Klarheit zu schaffen, hier der Versuch, Personal Branding zu definieren: Es geht darum, sich selbst gegenüber anderen zu präsentieren und zu vermarkten. Ziel dabei ist es, aus der großen Masse hervorzustechen, anders zu sein, besonders zu sein. Geschafft werden soll das mit einer Marke, die kein Produkt oder Unternehmen bewirbt, sondern eine einzelne Person. 

Seit Instagram und Co hat eigentliche jede*r die Möglichkeit, sich selbst über das Internet zu vermarkten, weshalb Personal Branding immer mehr zum Massenphänomen wird. Mehr sogar noch, Personal Branding ist heutzutage sogar fast schon ein Muss, egal ob für den „normalen“ Arbeitnehmer, Führungskräfte, Freiberufler oder Wissenschaftler.  

Die eigene Marke durch Storytelling

Als Synonym für Personal Branding wird auch oft „authentisches Storytelling“ verwendet. Authentizität ist ein Begriff, den eigentlich jeder kennt und auch er kommt aus dem Griechischen. Wörtlich übersetzt heißt Authentizität „als original befunden“. Während „authentisch“ bei den Griechen ein Adjektiv wie jedes andere ist, wurde ihm in der Moderne eine immer größer werdende Rolle zugeschrieben, denn große Denker wie Rosseau oder Herder philosophierten über das authentische Selbst. In den 1960er Jahren wurde der Begriff vor allem für Linksalternative zentral, die authentisch leben wollten: selbstbestimmt und bewusst. Für uns heute ist derjenige authentisch, der hält, was er verspricht.  

Authentische Werbung ist Werbung, die hält, was sie verspricht. Authentische Politiker*innen sind Politiker*innen, die halten, was sie versprechen. Das ist auch für die Personal Brand sehr wichtig, denn ein großes Netzwerk erreichen vor allen die, die sich authentisch zeigen und dann geschickt mit ihren Stärken, Vorzügen und ihrem Können spielen. 

Was und wen will man mit Personal Branding erreichen? 

Ziel ist es, gesehen und wahrgenommen zu werden, im Gedächtnis der Menschen zu bleiben, die sich dann das das Gesagte oder Gezeigte zurückerinnern. Allgemein bekannt ist nämlich, dass der Mensch lieber einem anderen Menschen folgt, als einer Marke. Denn die Person ist die Botschaft. Sie vermittelt ihre Werte und Lebenseinstellungen, ihre Ziele und Stärken und versucht damit, eine möglichst große Zuhörerschaft für sich zu gewinnen. Leute für sich und das, was man tut, zu begeistern. Sogar viel mehr noch: Leute auch zum Nachdenken anzuregen. Denn die Personal Brand schafft vor allem Eines – einen Wiedererkennungswert. Einige prominente Beispiele machen es vor: Apple wäre nicht Apple ohne Steve Jobs. Fridays for Future wäre nicht Fridays for Future ohne Greta Thunberg.   

Betont werden sollte aber auch, dass Personal Branding auch zu einem „Problem“ werden kann, denn die Konkurrenz ist groß und die Frage ist oftmals, wie man es schafft, noch mehr hervorzustechen, noch besonderer zu sein, noch mehr Leute zu erreichen und da sind wir wieder bei einem der größten Probleme der heutigen Gesellschaft: die Menschen wollen immer mehr, immer weiter, immer höher und immer schneller und vergessen bei dem ganzen Fokus auf die eigene Person die Menschen und die Gesellschaft um sie herum. Der Egoismus nimmt überhand und führt so den ganzen anderen großen Problemen unserer Zeit, angefangen bei der Klimakrise bis hin zu den Machtkämpfen unter Politiker*innen.  

Der Entscheider darüber, wer oder was wichtig und relevant ist, ist heute Google. Denn die größte Chance wahrgenommen zu werden, haben die Suchergebnisse auf der ersten Seite. Nur 5% der Menschen besuchen die zweite Seite. 

Doch zurück zu der Personal Brand. So eine Marke um die eigene Person aufzubauen ist nichts, was von heute auf morgen einfach so geht. Es ist ein längerer Prozess, der ein präzises Zusammenspiel vieler einzelner Faktoren bedarf. Neben einer klaren Botschaft sind es ein oder mehrere Alleinstellungsmerkmale, sowie relevante Inhalte und ein individuelles Ziel, die allesamt Bausteine in diesem Prozess sind.  

Neben Authentizität ist „Individualität“ ein sehr einschneidender Begriff im Zusammenhang mit Personal Branding. Und auch Individualität ist ein Begriff, der auf einer gesellschaftlichen Ebene unsere heutige Zeit so gut beschreibt wie kein anderer und gewissermaßen ist es auch ein Begriff, der nicht weit entfernt vom Egoismus seht. Teil der großen Masse zu sein, ist heute nicht mehr „in“. Anders zu sein, besonders zu sein, hervorzustechen, das ist es, wonach viele streben. Das ist es auch, was durch eine Personal Brand erzielt werden soll.  

Was benötigt es, um eine Marke rund um die eigene Persönlichkeit aufzubauen? 

Hier hilft vor allem eins: Konsistenz. Man sieht es bei den großen Instgram Influencern. Denn groß geworden sind sie nur, weil sie regelmäßig Content liefern, der inhaltlich gut ist und neuen Stoff liefert. Und hier schließt sich auch wieder der Kreis: eine große Reichweite durch die eigene Persönlichkeit zu erreichen ist wirklich ein Zusammenspiel vieler einzelner Bausteine.  

Die Plattformen sind die Social Media Kanäle, wie Instagram, TikTok, aber wenn es um das berufliche Umfeld geht auch LinkedIn. So sagt Reid Hoffmann, Mitgründer von LinkedIn selbst: „Heute ist jedes Individuum eine Art Ich-AG“.  

Fazit: Personal Branding gewinnt stetig an Bedeutung

Ich denke, jetzt ist endgültig jeden klar geworden, worum es bei Personal Branding geht. Doch wichtig anzumerken ist, dass es dabei nicht nur darum geht, sich nach außen hin zu präsentieren, nein. Denn Personal Branding ist auch eine Art der Persönlichkeitsentwicklung. Im Zuge dessen wird der Marktwert einer Person aufgebaut.  

Wie wichtig dies auch in Zukunft bleiben wird sagt auch der Zukunftsforscher Sven Gabor Janszky: „Den zentralen Unterschied zwischen chancenreichen und chancenarmen Menschen macht im Jahr 2020 die Fähigkeit aus, sich in Netzwerken zu bewegen und zu positionieren. Erst dadurch wird man sichtbar, erhält eine Identität und wird Teil der Gesellschaft.“