Die Hustle Culture - intouchCONSULT

Hustle Culture – und was wir darüber wissen sollten

Immer wieder stolpert man auf diversen Social-Media-Seiten über den Begriff „Hustle Culture“. Wobei es zwei verschiedene Haltungen dazu zu geben scheint: mal wird dieser Lebensstil glorifiziert und geradezu angepriesen und mal wird er als toxisch und nicht zumutbar dargestellt. Aber was ist Hustle Culture eigentlich? Ist dieser Lebensstil wirklich toxisch oder haben wir ihn einfach nur falsch interpretiert und nicht zu unseren Gunsten genutzt?

Definition

Bevor wir uns mit den Konsequenzen von Hustle Culture auseinandersetzen, möchte ich hier zunächst einmal klären, was genau Hustle Culture eigentlich ist. Da es der Begriff noch nicht in den Duden geschafft hat, soll hier keine offizielle Definition folgen, sondern nur eine Beschreibung. Je nach dem, auf welchen Seiten man über Hustle Culture nachliest, finden sich andere Beschreibungen dieses Lebensstils.

Grob bezieht sich der Begriff Hustle Culture auf das regelmäßige Arbeiten von vielen Stunden am Stück, oft – oder gerade – bis in die Nacht hinein, wobei Freizeit, soziales Leben und Erholung komplett gestrichen werden, zugunsten eines höheren Ziels in der Zukunft, auf welches man hinarbeitet.

Wobei nirgendwo steht, dass dieses Ziel dein eigenes ist.

Warum Hustle Culture nach dieser Definition ein Problem darstellt

Mittlerweile gibt es auf YouTube zahlreiche Videos, deren Titel in etwa so lautet: „The Problem with Hustle Culture“ oder: „Hustle Culture: The Ugly Truth“. Und schaut man sich an, wie der Alltag vieler Menschen aussieht, die nach dem Prinzip Hustle Culture leben, ist der Backslash sogar gerechtfertigt! Wenn deine To Do-Liste sich in etwa so liest:

  • 5:00 Uhr: aufstehen
  • 5:05 Uhr: E-Mails
  • 5:15: anziehen und fertig machen
  • 5:30: Kaffee und schnelles Frühstück
  • 5:45 – 12:00: arbeiten
  • 12:00-12:30: Mittagessen
  • 12:30-18:00: arbeiten
  • 18:00-18:30: Abendessen
  • 18:30-22:30: arbeiten
  • 23:00: ins Bett gehen

Und das jeden einzelnen Tag, lebst du zwar streng genommen nach dem Prinzip Hustle Culture, wirst aber früher oder später zusammenbrechen! Freizeit, Freunde, Familie, Entspannung – alles was ein Mensch braucht um sowohl körperlich als auch seelisch gesund zu bleiben, fehlen bei diesem Tagesablauf. Das Einzige was zählt ist: arbeiten, arbeiten, nochmals arbeiten und solltest du mal eine Stunde über haben, dann arbeitest du in dieser Zeit gefälligst noch mehr. Auf Dauer hält das keiner aus.

Dennoch finde ich nicht, dass wir Hustle Culture verteufeln müssen! Ich glaube, wir haben einfach vergessen, was der Begriff eigentlich bedeuten sollte. Im nächsten Abschnitt, möchte ich Hustle Culture eine neue Bedeutung geben.

Alternative Definition von Hustle Culture

Wir arbeiten und arbeiten – aber für was eigentlich?

Wenn man genauer darüber nachdenkt, fällt schnell auf, dass nicht Hustle Culture das Problem ist, sondern wir. Keiner hat uns beauftragt, die oben dargestellte To Do – Liste zu erstellen, zu befolgen und uns aufzuarbeiten, bis wir zusammenbrechen. Wir selbst haben Hustle Culture diese Bedeutung gegeben und halten uns auch noch religiös daran. Wieso? Ich sag euch wieso: Menschen fällt es grundsätzlich schwer einen Mittelweg zu finden. Alles ist entweder richtig oder falsch, schwarz oder weiß, ganz oder gar nicht. Ich glaube aber es lohnt sich, gerade in diesem Fall, nach dem Mittelweg zu suchen. Angefangen mit einer neuen Definition von Hustle Culture.

Hustle Culture: Das Verfolgen eines Lebensziels, welches einem am Herzen liegt, indem man kontinuierlich darauf hinarbeitet, wobei man sich regelmäßig Pausen gönnt und Zeit mich sich selbst und seinen Liebsten verbringt.

Wenn man sich an diese „alternative“ Definition hält, bekommt Hustle Culture auf einmal eine ganz neue Bedeutung: nicht mehr das Aufarbeiten bis zum Burnout ohne wirkliches Ziel steht im Fokus, sondern die Verfolgung deines individuellen Lebensziels. Dadurch beginnt die Arbeit Spaß zu machen, weil man weiß, warum man sich täglich an den Schreibtisch setzt. Das allein reduziert das Risiko von seelischen Krankheiten um ein Vielfaches.

Was du mitnehmen solltest

Wenn deine To Do-Liste momentan so aussieht wie oben beschrieben, solltest du sie wegwerfen. Nein, ganz ehrlich. Nimm dir einen Tag Auszeit und überlege dir was du wirklich willst im Leben: Was ist dein Traumjob? Wie soll dein Lebensstil einmal aussehen? Was willst du dieser Welt hinterlassen? Welche Menschen sind dir wichtig und widmest du ihnen genügend Zeit? Widmest du DIR genügend Zeit?

Wenn du auf all diese Fragen eine Antwort gefunden hast, wird es Zeit die alternative Definition von Hustle Culture in dein Leben zu implementieren: Nimm dir für jeden Tag ein paar Aufgaben vor, die dich deinem Ziel näher bringen und erledige diese gewissenhaft. Das ist dann der „Hustle“ für diesen Tag. Plane dir auch Pausen ein und Freizeitaktivitäten wie z.B. Essen gehen mit deinen Freunden. Plane dir auch regelmäßig Zeit für dich selbst und deine Hobbys ein. Wenn du letzteres ignorierst, wirst du schnell merken, dass deine „Hustle-Sessions“ unproduktiver werden, weil dein Körper und dein Geist müde sind. Das aber würde bedeuten, dass du nicht effektiv auf dein Ziel hinarbeiten kannst und das willst du ja vermeiden. Die alternative Definition von Hustle Culture gönnt nicht nur dir selbst etwas mehr Luft zum Atmen, sondern steigert gleichzeitig deine Produktivität und bringt dich deinem Ziel näher. Kurzum, wir haben soeben Hustle Culture repariert!

 

If today were the last day of your life, would you want to do what you are about to do today? – Steve Jobs