Erfolg – „Können“ oder einfach nur „Glück gehabt“?

Hattet ihr schon einmal das Gefühl, ihr könnt noch so viel tun, aber irgendwie ändert sich nichts? Bzw. hattet ihr schon einmal das Gefühl, ihr müsst „nichts“ tun, aber irgendwie rutscht ihr immer so durch. Also irgendwie habt ihr mehr Glück als andere?“ 

Ich bin ein Kind von nicht-akademischen Eltern. Meine Schullaufbahn war seit der Grundschule schon immer so lala. Bis ich entschied, nach dem Realschulabschluss weiterzumachen. Ich wollte mein Abitur, ein Studium, eine akademische Laufbahn eben. Jedoch hatte ich von Anfang an das Gefühl, dieser Weg wird schwer. Schwer, weil mir nicht einmal meine Eltern sagen konnten, wie das alles funktioniert, was ich tun muss, wie ich es tun muss. Die Entscheidung war allein in meinen Händen. Und nun frage ich mich, ob es akademischen Kindern leichter fällt in diese Welt einzutreten. 

Eine Studie des DIW (Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung e.V.) zeigt, dass die Chancengleichheit in Deutschland sehr gering ist und vor allem der Familienhintergrund den eigenen ökonomischen Erfolg prägt. 

Klar, wenn sich die Eltern bereits einen guten Namen in der Gesellschaft gemacht oder bereits studiert haben, ist es für die Kinder schon einmal einfacher in Fußstapfen zu treten, als Neue zu schaffen. Dabei hat der Familienhintergrund nicht nur Einfluss auf den Bildungserfolg, sondern auch auf das spätere Arbeitseinkommen.  

Das Problem, welches bei so einer starken Ungleichheit auftritt, ist, dass viele Menschen keinen Leistungsanreiz mehr haben, denn der Karriereaufstieg sei ihnen selbst bei entsprechender Leistung verwehrt, nur weil der passende Familienhintergrund nicht vorhanden ist.  

Auch in Amerika ist dieses Problem vorhanden. Studien zeigen, dass Kinder, die in einer ärmeren oder nicht-akademischen Familie aufwachsen, es viel schwerer haben, im fortgeschrittenen Alter der Armut zu entkommen. Dafür spielt vor allem deren Bildung eine Rolle. Kinder aus ärmeren Familien haben oftmals nicht die Möglichkeit gute Schulen zu besuchen, bzw. auch die schwer beschäftigten Eltern haben wenig Zeit mit den Kindern zu lernen. So müssen die Jugendlichen mit einem großen Nachteil in das Erwachsenenleben eintreten, der nicht leicht aufzuholen ist. Diese Lücke wird sogar noch größer, wenn das College beginnt. 

Jedoch gibt es wie der Titel dieses Blogs schon sagt, auch viele Ausnahmen. Die Armut ist für viele Jugendliche ein Grund, es besser zu machen und arbeiten sehr hart daran, der Armut zu entfliehen. 

Somit kann man letztendlich sagen, dass es Kinder aus akademischen Familien teilweise leichter haben, aber trotzdem auch schwerer. Klar ist bei Jugendlichen, bei denen die Familie schon einmal eine gute Grundlage bietet, der Einstieg in diese Welt leichter, dafür muss dieser Einstieg aber auch gewollt sein.  

Bei Kindern von nicht-akademischen Familien ist zwar der Einstieg erschwert, aber dafür das Erfolgsgefühl oftmals größer, wenn sie es letztendlich doch geschafft haben, einen Fuß hineinzusetzen. Und nur weil die Eltern nicht studiert haben, heißt das ja noch lange nicht, dass deren Unterstützung nicht trotzdem da ist.