Durch unsere Kooperationspartner erhalten wir immer wieder Einblicke in aktuelle Themen der Unternehmenswelt. In Zusammenarbeit mit Nagler & Company dürfen wir euch eine sehr interessante Programminnovation aus dem Finanzsektor vorstellen.

Neue Anforderungen an Reports

Für Banken ist es zunehmend wichtig, verschiedenen Fragestellungen innerhalb kürzester Zeit angemessen begegnen zu können. Dies spiegelt sich unter anderem auch in einem wachsenden Bedarf nach kurzen und präzisen Ad-hoc Reports wider, die zusätzlich zu den monatlichen Standard-Reports erstellt werden.

Bestehende Standard-Reports können die Anforderungen dieser Ad-hoc Anfragen normalerweise nicht vollständig abdecken. Da die Informationen meist sehr kurzfristig benötigt werden, sind Anpassungen bestehender Reports oder das Erstellen neuer Reports über die Standard IT-Prozesse meist nicht möglich.
Für Ad-hoc Reports müssen im Regelfall große Mengen von Daten aus verschiedenen Bankbereichen und damit auch aus verschiedenen Quellsystemen zusammengeführt, analysiert und aufbereitet werden. Dies geschieht häufig in einer Reihe von manuellen Arbeitsschritten.

Dabei kommen verschiedene Tools (Access, Excel, PPT etc.) zum Einsatz, was häufig zu Fehlern bei der manuellen Datenübertragung führt. Der gesamte Prozess ist nicht selten schwer nachvollziehbar, sodass man die Ergebnisse eines Prozesses bei der Bearbeitung von neuen Anfragen nicht wiederverwenden kann. Dies bereitet im Laufe der Zeit einen erheblichen Mehraufwand.

 

Die Lösung: Self-Service BI

Deshalb möchte eine wachsende Anzahl von Banken sogenannte Self-Service BI (Business Intelligence) Lösungen einführen. Hierbei handelt es sich um Tools, mit deren Hilfe die jeweiligen Fachbereiche selbstständig Datenanalysen durchführen und Ad-hoc-Reports erstellen. Dabei werden für eine ebenso effektive wie effiziente Nutzung folgende Anforderungen an ein BI-Tool gestellt:

  • Benutzerfreundliche, intuitive Bedienbarkeit – ohne Programmieraufwand
  • Einfache und schnelle Erstellung von Reports ohne großen Aufwand für Formatierung
  • Anbindung und Zusammenführung von Daten aus unterschiedlichen Quellsystemen
  • Performance Analyse großer Datenmengen
  • Ausschluss von Technologiebrüchen: Datenanbindung, Datenanalyse/Reporterstellung sowie Verteilung der Ergebnisse erfolgen innerhalb eines Tools
  • Dynamische Reports durch automatische Aktualisierung bei Änderung der Datengrundlage
  • Interaktive Reportnutzung, z. B. Filterung, Sortierung, Drill-Down

 

Tableau erkennt die Marktlücke

Bedingt durch die hohe Nachfrage entwickelte sich zuletzt ein stark wachsender Markt für Self-Service BI-Lösungen. Tableau ist es gelungen, sich mit seiner gleichnamigen Softwarelösung als einer der Marktführer zu etablieren (vgl. Gartner Magic Quadrant for Business Intelligence and Analytics Plattforms). Tableau hat sich auf die Analyse von Daten mittels visueller Darstellung spezialisiert. Dies geschieht unter Verwendung von „VizQL“, einer Technologie, welche die Analyse der Daten und die Visualisierung der Ergebnisse unkompliziert in wenigen Klicks ermöglicht. Die zugrundeliegende Abfrage der Datenbanken wird dabei von Tableau automatisch im Hintergrund ausgeführt.

Tableau überzeugt durch eine intuitive Bedienung per Drag & Drop, wodurch sich in kürzester Zeit Analysen erstellen und so tiefgreifende Erkenntnisse aus den eigenen Daten gewinnen lassen. Dabei bietet die Software dem Nutzer eine Vielzahl optisch ansprechender Visualisierungsarten, um die Ergebnisse einer Analyse schnell und ohne großen Formatierungsaufwand managementtauglich aufzubereiten. Auf Benutzeroberflächen können einzelne Visualisierungen dann zu einem interaktiven Report zusammengeführt werden.

Filter, Parameter und die Verlinkung von Visualisierungen bieten dem Nutzer umfassende Auswertungsmöglichkeiten vom Drill-Down bis zum Drill-Through. Fertige Reports können über den Tableau Server innerhalb der Organisation veröffentlicht werden und sind von dort aus über ein Web-Portal sowie mobile Geräte für jedermann abrufbar. Durch eine direkte Verbindung mit der Datenquelle sind die erstellten Reports immer auf dem neuesten Stand. Dabei können beliebige Datenquellen von Excel, über DB2 bis hin zu OLAP über Drag & Drop angebunden und miteinander verknüpft werden.

Überblick über die Funktionalitäten von Tableau:

Datenanbindung & Verknüpfung

  • Vielzahl nativer Datenverbindungen
  • Verknüpfung mehrerer Datenquellen
  • Live-Zugriff auf Daten oder Extrakte

Datenanalyse

  • Visuelle Analyse per Drag & Drop (VizQL)
  • Berechnete Felder und Tabellenkalkulation
  • Statistische Funktionalitäten (z. B. Trends, Prognosen)
  • R-Integration für komplexe Berechnungen

Reporterstellung

  • Interaktive Dashboards durch Filter, Parameter, Hervorhebung und Verlinkung
  • Einbinden von Freitext, Bildern, Websites
  • Interaktive Präsentationen durch Stories

Veröffentlichung von Reports

  • Veröffentlichung der Reports über Tableau Server
  • Reportzugriff über Web-Browser oder mobile Geräte

Administration

  • Zentrale Verwaltung der Datenquellen
  • Usermanagement
  • Berechtigungssteuerung auf Datenquellenebene
  • Integration mit bestehenden Authentifizierungssystemen (z. B. Active Directory oder Kerberos)

Tableau eignet sich aufgrund oben beschriebener Eigenschaften ideal für den Einsatz im Ad-hoc-Reporting, ist jedoch nicht darauf limitiert. Im Rahmen einer Vorstudie bei einer deutschen Großbank hat Nagler & Company den Einsatz von Tableau als Reporting-Frontend untersucht. Dabei konnten mit Tableau sowohl alle Funktionalitäten vollständig abgebildet als auch signifikante Verbesserungen im Bereich Effizienz und Flexibilität erzielt werden.

Im Rahmen der Studie hat sich gezeigt, dass eine saubere Aufbereitung der Datenbasis substanziell für die optimale Nutzung von Tableau ist. Bei der Aufbereitung sind neben technischen auch fachlichen Aspekten zu beachten, beispielsweise die Überleitung und Zusammenführung der unterschiedlichen Sichten einzelner Bankbereiche auf die Daten (Meldewesen, Accounting oder Risikocontrolling). Erst dies ermöglicht es übergreifende Analysen durchzuführen und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Bei dem Einsatz von Tableau ist dennoch eines zu beachten: Die Denk- und Arbeitsweise unterscheidet sich teilweise deutlich von anderen Tools. Bei einer reinen Überführung bestehender Reports kann das volle Potential von Tableau nicht ausgeschöpft werden.
Wird dies jedoch beachtet, kann Tableau sowohl im Ad-hoc-Reporting als auch in weiteren Anwendungsfällen wie beispielsweise der Unternehmenssteuerung oder im Management-Reporting angewendet werden, um schnell und effizient die Antworten auf ad-hoc auftretende Fragestellungen zu finden, Trends und Muster in Ihren Daten erkennen und neue Chancen für Ihr Unternehmen entdecken zu können.