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DB Regio AG – S-Bahn München – Projekt II


Das Projekt:

Kunde: DB Regio AG – S-Bahn München
Projektname: Planung, Koordination und Auswertung von videogestützen Fahrgastzählungen
Unternehmenssitz: München
Branche: Transport
Zeitraum des Projekts:    2012
Homepage: s-bahn-muenchen.de

Die Referenz:

Ausgangslage

In drei Fahrzeuge der S-Bahn München wurde als Vorserie ein System zur automatischen Fahrgastzählung (AFZ) eingebaut. Die Zählgenauigkeit des Systems soll mittels Videoaufnahmen im Zug und anschließender Auswertung der Fahrgastzahlen geprüft werden.

Aufgabe

Das Projekt sollte eine fundierte Grundlage für die Abnahme des AFZ-Systems liefern. Dazu sollte das Projektmanagement und die Durchführung der kompletten Fahrgastzählung übernommen werden, einschließlich Verantwortung für Material und Personal. Anschließend sollten die Videos ausgewertet, mit den Daten des elektronischen Systems verglichen und die statistische Genauigkeit überprüft werden.

Vorgehen

Vorbereitung des Projekts

Um einen reibungslosen Ablauf zu erreichen, stellte das Projektteam einen detaillierten Projektplan für die Fahrgastzählung auf, abgestimmt auf Fahrplan, Kameraeigenschaften und Personalbedarf. Das Team übernahm dabei die Beschaffung der passenden professionellen Kameras inklusive Befestigungssystem. Um eine störungsfreie Videoaufzeichnung und damit die Datenqualität zu sichern, wurden mehrere Kamera-Supervisoren rekrutiert. Vor dem ersten Einsatz erhielt das Personal eine mehrstündige Schulung zu technischen und organisatorischen Fragen. Dazu erstellte das Projektteam schriftliche Unterlagen und bereitete praxisnahe Übungen vor.

Durchführung der Fahrgastzählung

An den drei Tagen der Fahrgastzählung übernahm das Projektteam die Montage der Kameras sowie die Koordination des Ablaufs. Es überwachte den Verlauf und unterstütze das Personal bei Bedarf. Zudem waren die Berater Ansprechpartner für die anwesenden Vertreter der Deutschen Bahn, Hersteller des AFZ-Systems und TÜV. Die Kamera-Supervisoren sicherten bei den Fahrten die Funktionsfähigkeit der Technik und protokollierten besondere Vorkommnisse.

Statistische Auswertung der Daten

Die Videoaufnahmen wurden gemäß Vier-Augen-Prinzip von zwei Beratern unabhängig voneinander ausgewertet. Bei unterschiedlichen Fahrgastzahlen erfolgte eine Drittkontrolle, außerdem wurden alle Daten auf Plausibilität geprüft. In einer umfangreichen Excel-Datei wurden dann die Zähldaten von Video und AFZ-System gegenübergestellt. Dabei wurden Abweichungen und beson­dere Vorkommnisse kenntlich gemacht und eine mehrstufige Qualitätskontrolle durchgeführt.

Aus der Gegenüberstellung ermittelte das Beraterteam statistische Kennzahlen zur Genauigkeit des AFZ-Systems in verschiedenen Detailstufen. Zuletzt wurde untersucht, ob das automatische System tendenziell zu viele oder zu wenige Fahrgäste zählt. Dazu führten unsere Berater geeignete statistische Tests durch. Die Ergebnisse bereitete das Team grafisch auf und erstellte einen 60-seitigen Abschlussbericht.

Ergebnis

Mit der Projektierung und Durchführung der Vergleichszählung mit Videoaufzeichnungen wurde im DB-Konzern erstmals ein neuartiges Verfahren zur Abnahme von AFZ-Systemen erfolgreich erprobt. Vorteil des neuen Vorgehens ist die Objektivierung der Vergleichszählung – das schaltet Konfliktpotentiale aus. Die Verwendung von vom Fahrzeug autarken und flexibel einsetzbaren Kameras war ein weiterer Pluspunkt der Lösung!