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Das Agile Mindset


Unternehmen aus allen Branchen werden durch Digitalisierung zu Veränderung gedrängt. Ein sich ständig wandelndes Umfeld erfordert anpassungsfähige Organisationen. Dies spielt jedoch im Universum des traditionellen Projektmanagements keine Rolle. Daher ist es kaum verwunderlich, dass Agile Organisationen in aller Munde sind.

Typisch für das Agile Projektmanagement ist ein iteratives, inkrementelles Vorgehen. Das bedeutet: Das Projekt wird in zeitliche Etappen (Iterationen) unterteilt. Am Ende jeder Etappe steht ein Produktinkrement, d.h. ein voll funktionsfähiges Zwischenprodukt, das dem Auftraggeber zur Kontrolle vorgelegt wird. Anhand des Feedbacks von Seiten des Auftraggebers wird dann am Produkt weitergearbeitet. Basis dieser Arbeit ist eine zu Beginn entwickelte Produktvision, die jedoch Raum für Abweichungen zulässt. Da zu Beginn das Projekt nicht vollständig ausgeplant wird, können Anpassungen an neue Anforderungen und sich ändernde Rahmenbedingungen während der Projektlaufzeit vorgenommen werden.
Auch wenn es Agilisierungsstrategien oft noch an Kontur mangelt, sind sie zu den Pop-Stars der Managementliteratur aufgestiegen.

Laut Matthias Söllner, Senior Consultant der Unity AG, wird in der Wirtschaft das Agile Framework Scrum fälschlicherweise mit agilem Projektmanagement gleichgesetzt.Tatsächlich ist Agile weit mehr als Scrum. Es geht um eine neue Denkweise als Gegensatz zum planungsorientierten, traditionellen Projektmanagement.

Ein Wandel von der alten in die neue Welt, vom traditionellen zum Agilen Projektmanagement kann also nur funktionieren, wenn wir das Agile Mindset besitzen.

Die Innovations und Managementberatung Unity stellt das Agile Mindset folgendermaßen dar:

 

 

Im Kern stehen vier Werte, die erstmals 2001 im Agilen Manifest niedergeschrieben wurden. Der darin enthaltene Punkt funktionierende Software mehr als umfassende Dokumentation deutet bereits an, dass das Agile Projektmanagement seinen Ursprung in der Softwareentwicklung hat.

 

 

Darauf aufbauend wurden zwölf Agile Prinzipien definiert. Darunter fallen beispielsweise selbst organisierende interdisziplinäre Teams, User Storys als Fortschrittsmaß sowie ein Apell, sich ändernde Anforderungen willkommen zu heißen.

 

Schließlich können Frameworks wie Scrum, Kanban, XP oder SAFe bestehend aus Agilen Praktiken eingesetzt werden. Für Wissenshungrige haben wir einen guten Einführungsartikel in Scrum herausgesucht: https://www.business-wissen.de/artikel/agiles-projektmanagement-so-funktioniert-scrum/.

Werden die Agilen Praktiken angewandt, handelt die Organisation Agile („doing Agile“). Die Herausforderung besteht aber darin, die oben genannten Werte und Prinzipien zu leben („being Agile“). Werden diese nicht gelebt, können Frameworks wie Scrum nicht erfolgreich angewandt werden, geschweige denn ihre volle Kraft entfalten. Erst wenn das verstanden wird, ist der Weg von der alten in die neue Welt geebnet.

Ein Agiles Mindset zu besitzen bedeutet also, diese Werte und Prinzipien durch Agile Praktiken zu leben. In der Theorie einfach, in der Praxis fällt es jedoch der ganzen Welt schwer, dieses Mindset zu entwickeln. Ein guter Rat auf dem Weg dorthin: Formuliert eine Produktvision, überdenkt jegliche existierenden Annahmen, Werte, Prinzipien und „be agile“!

Im Namen von intouchCONSULT e.V. bedanke ich mich bei der Unity AG, insbesondere bei Matthias Söllner und Anna-Teresa Tesch für einen erfolgreichen Workshop: Agiles Projektmanagement.

 

Autor: Luke Wallner